Famulatur in der Orthopädie

Vergangene Semesterferien konnte ich erfolgreich die dritte meiner vier obligatorischen Famulaturen der Klinik absolvieren. Für dieses Mal wählte ich dafür eine in der ambulanten Versorgung, in einem Fachgebiet, das mich durch seine Vielfältigkeit immer in meinem Medizinstudium gepackt hat: Die Orthopädie.
Da ich wie immer mal wieder aus dem Kreis Würzburg rauswollte, zog es mich diesen Sommer nach Berlin: Die Stadt der Städte, in der ich über familiäre Connections glücklicherweise direkt eine Unterkunftsmöglichkeit mit im Gepäck hatte. Mein Erfahrungsbericht zu meiner Famulatur in der Orthopädie.

Tipp für Mediziner

Einen Tipp am Rande, den ich auch sonst nur anderen Medizinstudenten für deren Famulatur geben kann: Sucht euch erst eine Stadt, in der ihr gegebenenfalls kostenlos bei Verwandten/Freunden oder in Wohnheimen der Kliniken wohnen könnt. Und fragt dann dort nach einer Famulaturmöglichkeit in einem Krankenhaus an. So habt ihr euch die Wohnkosten von vornherein bei einer Zusage „gespart“ und müsst nicht nach hinten raus noch mit viel Stress etwas Günstiges suchen. Auf Facebook kann man sich in der Gruppe „Famulatur-Wohnungstausch“ noch einer anderen guten Option bedienen.

Mit dem Fahrrad die Spree entlang

In Berlin angekommen ging es am ersten Tag mit dem Fahrrad zur Praxis. Ich hatte Glück, denn diese lag fast direkt an der Spree und nicht weit von meiner Unterkunft. So fuhr ich den ersten (und die darauffolgenden) Morgen bei strahlendem Sonnenschein am Wasser entlang zu meiner Praxis. Dort empfing mich das Team mit den zwei leitenden Ärzten wohlgesonnen und herzlich: Wunderbar, ich hatte einen Volltreffer gelandet.

In den nächsten vier Wochen bekam ich einen guten, weitgreifenden Einblick in den Alltag eines Orthopäden. Patienten, ob jung oder alt, von Kopf bis Fuß. Viele kamen mit Rückenproblemen, Stress am Arbeitsplatz und resultierenden Verspannungen. Einige mit Umknick-Traumata, Beinachsenfehlstellungen und Fußschmerzen. Nacken- und Kieferverspannungen sowie Arthrose- und weitere Alterserscheinungen waren auch keine Seltenheit. Kurz: Die Abwechslung, sie war gegeben.

Vielfältiger Einsatz

Neben Anamnese-Gesprächen und körperlicher Untersuchung durfte ich so über die Wochen Ultraschalls machen, Verbände anlegen, Injektionen und Punktionen unter Anleitung durchführen, Akupunkturnadeln setzen, die Stoßwellentherapie begleiten und vieles mehr. Wem als Student nicht langweilig werden soll, der ist daher in der Orthopädie perfekt aufgehoben – aus der Praxis für die Praxis!
Selbst, wenn es später nicht „das eigene“ Fach wird, so lernt man doch auch vieles für einen persönlich dazu. Ich weiß jetzt z.B. viel über Rückenprävention. Und welche Maßnahmen es sonst gibt, um später im Alter eventuelle Knie- oder Hüftoperationen noch hinauszuzögern. Klingt „banal“ aber unterschätzt das nicht! ;)

Somit hatte ich in der Orthopädie famulaturtechnisch eine Punktlandung hingelegt. Ein bisschen Glück gehört natürlich immer mit dazu. Wenn man sich aber parallel in einer Stadt einquartiert hat, die trotz Corona viel zu bieten hat, dann ist man selbst mit weniger Glück nicht schlecht gelandet. Sight-Seeing, dutzende Cafés, der Teufelsberg, viele Seen und schöne Parks zum Joggen.
Die Kombi von Praktikum und Freizeit war in Berlin damit ähnlich gut wie die in Füssen. Nur eben flacher, ohne Berge und mit eher mittelmässigen Fahrradwegen – wieder was gelernt. ;)

Schön war’s und viel Erfahrung gesammelt!
Und im Frühjahr geht es vielleicht auch mal endlich ins Ausland? Ich hoffe es und bin gespannt.

Bis dahin: Bleibt gesund!

Noch mehr spannende Bericht über Famulaturen findet ihr hier!

Eure Mareike,
Medizinstudentin an der Universität Würzburg und jungmediziner.de Campus Captain