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Rückblick auf das Sommersemester

Von April bis August – so lange ging unser vergangenes Sommersemester. Wir, das sind Sophia, Marvin und Marleen. Wir drei sind Campus Captain:ins bei jungmediziner.de. Und wir drei studieren Medizin in Würzburg. Da könnte man meinen, unser Alltag sieht recht ähnlich aus, oder? Weit gefehlt! Aber überzeug dich selbst. In den folgenden Zeilen möchten wir dir nämlich über unsere Erfahrungen und Erlebnisse der vergangenen Monate berichten.

Sophia – die letzten Univeranstaltungen vor dem Ironman

Der zweite Teil des neunten Semesters – meine Fächerwahl

Wegen meiner Vorbereitungen für den Ironman dieses Semester habe ich das letzte Semester gesplittet. Ich musste nur noch die klinische Pharmakologie und die Trippel Klausur aus dem 9. Semester absolvieren. Dabei war das Fach klinische Pharmakologie mit keinen zusätzlichen Pflichtveranstaltungen verbunden. Die Klausur war mit den Vorlesungsfolien sehr gut zu bewältigen. Die Trippel Klausur des 9. Semesters setzt sich aus den Fächern Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie zusammen. In diesen Fächern galt es auch verschiedene Pflichtpraktika zu absolvieren. So konnte ich den Schein erhalten.

Praktische Erfahrungen in der Neurologie

Das Praktikum in der Neurologie war auf 6 Kurstermine aufgeteilt. Es gab keine Fehltermine. Die Neurologie war allerdings sehr kooperativ bei Verschiebungen, falls ein Kurstermin verpasst wurde.

Die Einblicke, die wir im Rahmen dieses Praktikums erhielten, waren sehr interessant. In Kleingruppen wurden wir in verschiedene Patientenzimmer geschickt. Hier lernten wir die verschiedene Techniken der neurologischen Untersuchung. Zudem erhoben wir eine ausgiebige Anamnese. Im anschließenden Seminar wurden die gesehenen Krankheitsbilder besprochen. Teil des Praktikums war außerdem ein Termin in der Neurochirurgie. Hier besuchten wir die Intensivstation. Direkt am Patientenbett besprachen wir dann ein typisches neurochirurgisches Krankheitsbild.

Tiefere Einblicke in die Psychiatrie

Das Praktikum in der Psychiatrie hat in den letzten Semestern ausschließlich online stattgefunden. Wir waren das erste Semester, das von einer hybriden Lösung profitieren konnte. Der Großteil hat allerdings immer noch online stattgefunden. Allerdings hatte jede Gruppe dieses Semester auch drei Termine in Präsenz. Hinzu kamen die Seminare der Kinder und Jugendpsychiatrie. Diese fanden ausschließlich online statt. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie galt es im Vorhinein verschiedene Casetrain Fälle zu typischen Krankheitsbildern zu erarbeiten. In einem etwa 20-minütigen Seminar konnten wir dann eventuell aufgetretene Fragen besprechen.

Im psychiatrischen Praktikum wurde zu jedem Termin eine Patient:in hinzugeholt. Bei jedem Termin konnte ein Studierender ein Anamnesegespräch führen. Anschließend erhoben wir den psychopathologischen Befund.

Zugegebenermaßen konnte ich mich für das Fach der Psychiatrie zunächst nicht wirklich begeistern. Es war eines der wenigen Fächer, die für mich später keine Option darstellten. Allerdings muss ich meine Meinung nach dem Praktikum revidieren. Die Lehre in dem Fach war wirklich ansprechend gestaltet. Ich fing an mich für das Fach zu interessieren! Die Assistenzärzt:innen, die die Praktika leiteten, waren uns Student:innen gegenüber sehr bemüht. Sie suchten viele interessante Fälle raus. Außerdem wurden uns die verschiedenen Differentialdiagnosen erklärt. Und sie hoben besonders die klinische und interdisziplinäre Relevanz hervor. Insgesamt fand ich das Praktikum in der Psychiatrie also sehr gut gestaltet und hilfreich.

Mein Fazit

Wenn ich jetzt also einmal auf das Semester zurückblicke, ist es recht erfolgreich verlaufen. Das freut mich sehr! Alle Pflichtveranstaltungen des Studiums sind nun abgehakt. Darüber hinaus hatte ich dieses Semester genügend Freiräume. Und zwar für das Training für die Ironman WM und die Vorbereitungswettkämpfe. Mit Ausnahme von der direkten Klausurenphase, die ja immer etwas hektisch ist, kam zu keiner Zeit in diesem Semester großer Stress auf. Das wirkte sich auch auf mein Training positiv aus. Insgesamt kann ich also recht zufrieden auf das vergangene Sommersemester zurückblicken. Ich freue mich schon jetzt auf den Beginn der Blockpraktika im nächsten Wintersemester. Wenn du mehr von meinen Trainingsvorbereitungen zum Ironman lesen möchtest, dann findest du hier meinen letzten Bericht.

Marvin – endlich scheinfrei!

Mein neuentes Semester ist tatsächlich vorbei und damit auch meine letzten Klausuren. Ich bin nun offiziell scheinfrei und bereit für die Blockkurse, das Examen und das PJ.

Das Vorziehen von Fächern

Das neunte Semester besteht in Würzburg eigentlich aus den Fächern Allgemeinmedizin, Gynäkologie, klinische Pharmakologie, Geriatrie, Palliativmedizin, Neurologie, Psychologie und Psychosomatik. Die Hälfte dieser Fächer habe ich allerdings in den letzten Semestern absolviert. Ich habe sie sozusagen vorgezogen. Das Vorziehen von Fächern kann für kleinere Fächer mit vergleichsweise einfachen Klausuren sinnvoll sein. Das ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Und zwar kann man immer die Fächer des Semesters belegen, in dem man eigentlich wäre, wenn man keine Pausen eingelegt hätte. Es ist also für alle interessant, die beispielsweise ein Freisemester machen oder aus diversen Gründen erst später in die klinischen Semester eintreten konnten.

Mein Stundenplan

In meinem Fall bedeutete das, dass ich viele der klinischen Fächer bereits in früheren Semestern vorziehen und abhaken konnte. Somit konnte ich mein Studium gegen Ende sogar ausdünnen. Allerdings hatte ich noch ein paar wenige Altlasten im Gepäck. Daher bestand mein neuntes Semester aus den Fächern Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, klinischer Pharma und den Klausuren Chirurgie und Pädiatrie, sowie einem Anästhesiekurs.
Die Lehre des neunten Semesters fand wieder teilweise in Präsenz statt. Die Vorlesungen waren für mich ausschließlich online, sofern ich sie angeguckt habe. Und die Kurse waren teilweise in Präsenz, teils online.

Die Lehre im neunten Semester

Der Neurologie Kurs bestand aus mehreren Terminen in der Klinik am Krankenbett. Hier lernten wir hauptsächlich neurologische Untersuchungen und die Anamnese. Patient:innen hatten hier Krankheitsbilder wie Parkinson, MS oder Neuropathien wie Dekompressionen durch Bandscheibenvorfälle.
Der Psychiatrie Kurs bestand aus mehreren online Meetings mit den Patient:innen, in denen wir live Gespräche führen und die Anamnese erheben konnten. Spannende Fälle waren Schizophrenien und bipolare Erkrankungen. Patient:innen haben uns von ihren Wahnvorstellungen und schweren Depressionen mit Suizidversuchen erzählt. Einige durften wir auch persönlich treffen, da ein Teil des Kurses in Präsenz abgehalten wurde.

Der Anästhesiekurs

Der Anästhesiekurs war mein absoluter Lieblingskurs. Hier konnten wir eine komplette Narkose einleiten in einem realen Setting. Unser Patient war eine sprechende Puppe. Die Medikamente waren täuschend echte Attrappen. Die Instrumente wie Beatmungsgerät, Tubus und Zugänge waren echt. Man wurde dann in Teams aus 3 Personen eingeteilt. Die Puppe wurde aus dem Kontrollraum heraus von den Dozent:innen gesteuert. Hinter einem verspiegelten Glas konnte der:die Dozent:in somit alles beobachten und die Puppe z.B. auf Knopfdruck hypoton werden lassen. Oder durch ein Mikrofon mit uns sprechen und uns von einer Arzneimittelallergie der Puppe erzählen.


Bei einem der Versuche hatte die Puppe einen verlegten Atemweg. Wir konnten nicht beatmen. Bei einem anderen Versuch ist der Kreislauf plötzlich in die Knie gegangen und wir mussten mit Adrenalin gegensteuern. Besonders Spaß hat es gemacht, die Leitung zu übernehmen und das Team zu koordinieren. Das war anfangs für mich sehr aufregend. Es war immerhin die erste Narkose, die ich einleiten sollte.

Klausuren waren anspruchsvoll

Die Klausuren waren teilweise recht anspruchsvoll. Vor allem Pädiatrie hatte es in sich. Die Klausur wurde von vielen Kommiliton:innen als viel zu schwer und „auf Facharzt:in Niveau“ eingestuft. Gefühlt stimmte das auch. Die Fachschaft hat sich in diesem Punkt sehr für uns eingesetzt. Nun können die kommenden Semester mit einer fairen Klausur rechnen, die auch auf die Lehre abgestimmt sei.

Ich beende mein Semester mit einer Reise nach Tansania

Mein Semester beende ich mit einer Famulatur in Afrika. Dort befinde ich mich auch gerade. Ich bin direkt nach der letzten Triple den Äquator geflogen und absolviere in einer recht kleinen Stadt namens Peramiho meine letzten 30 Tage Famulatur. Hierzu wird bald ein zusätzlicher Bericht folgen.
Während meines Aufenthaltes in Afrika habe ich auch die frohe Botschaft erhalten, alle Klausuren bestanden zu haben. Ich freue mich also schon wieder auf Würzburg. Dann kann ich meine Scheinfreiheit gebührend feiern. Außerdem werde ich nach meiner Famulatur Sophia zum Ironman auf Hawaii begleiten.

Marleen – zwischen Uni und Labor

Wie sah das vergangene Sommersemester bei mir aus? Mein Alltag bestand aus einer Mischung aus Unikursen und Labor. Das 7. Semester habe ich nun endgültig abgeschlossen. Außerdem habe ich die Hälfte des 8. Semesters belegt. So blieb mir noch genügend Zeit, um die Versuche meiner Doktorarbeit voranzubringen.

Meine Kurse – eine Mischung aus dem 7. und 8. Semester

Aus dem 7. Semester blieb mir noch die Triple I über. Diese umfasst die Augenheilkunde, HNO und Arbeitsmedizin. Du verspürst keine besondere Vorliebe für die Fächer? Dann gehört die Kombination womöglich nicht zu den spannendsten des Studiums. Insbesondere in der Arbeitsmedizin ist die Lehre sehr ausbaufähig. Die Augenheilkundler steigern sich hingegen stetig. Und die HNO gibt sich sichtlich Mühe, uns Studiernde spannende Inhalte zu vermitteln.

Neben der Vorlesung galt es in der Augenheilkunde zwei interessante Praktika zu belegen. Diese bestanden aus einem Seminar und zwei praktischen Einheiten. Die HNO bot uns eine abwechslungsreiche praktische Rotation an. Außerdem stand uns ein Untersuchungsset zum Selbststudium zur Verfügung. Auf freiwillige Basis konnten wir unser Wissen in Casetrains oder Lehrvideos weiter vertiefen. Ein buntes Programm! Und die Arbeitsmedizin? Nun denn, wir wurden zu drei ihrer lebendigen, attraktiven Vorlesungen verpflichtet – das wars.

Aus dem achten Semester belegte ich das kleine, aber sehr spannende Fach Notfallmedizin. Insbesondere der Wochenendblockkurs hatte es mir sehr angetan! In der Rheumatologie/Immunologie wie auch Transfusionsmedizin standen uns Vorlesungen zur Verfügung. Das Praktikum wartet erst nächstes Semester auf uns. Sonst plante ich eine der beiden Infektiologieklausuren zu schreiben. Allerdings wurden die zwei Teile nun zu einer Prüfung zusammengelegt. Demnach erwartet mich das Fach erst im kommenden Wintersemester. Mehr zum Thema Notfallmedizin kannst du hier lesen.

Labor – auf der Zielgeraden

Warum habe ich die Semester eigentlich aufgeteilt? Ganz einfach: wegen meiner Doktorarbeit. Im Winter 2021 startete ich meine Doktorarbeit im Labor der Endokrinologie. Ein Freisemester reichte mir allerdings nicht, um die Versuche abzuschließen. Also teilte ich die folgenden Semester auf. Dem Studium widmete ich eine Wochenhälfte. In der anderen arbeitete ich weiter an meinen Experimenten. Die praktische Arbeit stellte eine willkommene Abwechslung zum doch sehr theoretischen Studienalltag dar. Nichtsdestotrotz freue ich mich, wenn ich voraussichtlich diese Semesterferien vorerst einen Schlusspunkt im Labor setzen kann. Mehr zum Thema Doktorarbeit kannst du in meinem Bericht über medizinische Doktorarbeiten nachlesen.

Wochenende – Zeit für dies, das, Ananas

Unter der Woche waren die Tage meist recht vollgepackt. Da freute ich mich am Wochenende, meine Akkus wieder aufzuladen. Wie mir das am besten geling? Durch Zeit mit Familie und Freunden oder durch ausgiebiges sporteln. Ich setzte mich gerne auf den Sattel meines Rennrades. Oder ich ging eine Runde laufen, um für meine beiden ersten Halbmarathons in Würzburg und Hamburg in Schwung zu kommen. Außerdem ließ ich meine Liebe zu Tennis wiederentfachen. Die ein oder andere Stunde verbrachte ich gerne auf dem roten Sandplatz. Und sonst? Sonst warteten kleine wie große Highlights an den Wochenenden. Hafensommer, Umsonst und Draußen, Weinfeste oder auch größere Festivals – es war (fast) immer was geboten!

Semesterferien – nach der Pflicht folgt das Vergnügen

Meine zwei Wahlblöcke aus dem 10. Semester habe ich direkt nach der letzten Klausur gelegt. In der ersten Woche ging es für mich in die Radiologie. Die zweite belegte ich in der Anästhesie. In beiden Wochen erhielt ich sehr spannende, gewinnbringende Einblicke in das jeweilige Fach. Nun bin ich dabei, meine Versuche im Labor abzuschließen. Und dann? Dann warten seit langem mal wieder freie Semesterferienwochen. Ich habe mich diesen Sommer bewusst gegen eine Famulatur entschieden. Stattdessen wartet der ein oder andere Urlaub – ich kanns kaum erwarten!

Wir hoffen, dass wir dir einen spannenden Einblick in unseren Alltag der letzten Wochen vermitteln konnten. Ganz viel Spaß in den wohlverdienten Semesterferien!

Eure/Euer Sophia, Marvin und Marleen,
Medizinstudierende an der Universität Würzburg und Campus Captain:in bei jungmediziner.de

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