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Hammerexamen

Mit fortschreitender Dauer des Medizinstudiums wird die Perspektive für Studierende klarer. Dennoch häufen sich bei vielen Zweifel und Bedenken, denn vor dem Überstreifen des Arztkittels muss der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, das sogenannte Hammerexamen, gemeistert werden. Das 2. Staatsexamen trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Etliche Studenten fragen sich, wie soll ich das schaffen? Gegen Prüfungsangst und Verunsicherung helfen eine effektive Vorbereitung und ausführliche Information. Wir machen dich im Folgenden mit allen wichtigen Details vertraut. 

Was ist das Hammerexamen?

Die Einzelheiten sind gesetzlich in der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) geregelt. Nur Medizinstudenten, die den 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich absolvieren, können später eine Approbation als Arzt erhalten. Nach dem Physikum (1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) geht das 2. Staatsexamen ebenso in die Abschlussnote des Studiums ein. Da es früher schriftlich und mündlich eine Einheit bildete, wird es seit langem umgangssprachlich als „Hammerexamen“ bezeichnet. Heute müssen die Studierenden in zwei gesonderten Teilen, mündlich wie schriftlich, ihre Fertigkeiten und Kenntnisse nachweisen. 

Studierende beim Lernen für das Hammerexamen
Hammerexamen

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Zur Prüfung zugelassen werden nur Studenten, die keine dauerhaften gesundheitlichen Probleme aufweisen oder sich nicht anderweitig als ungeeignet für den Arztberuf herausgestellt haben. Vorher müssen die obligatorischen Prüfungen, Praktika und Leistungsnachweise erbracht werden. Das Examen beginnt nach insgesamt 10 Semestern Medizinstudium mit 2 Jahren Vorklinik und 3 Jahren Klinik. Die Zulassung ist beim zuständigen Landesprüfungsamt (LPA) zu beantragen und an nachfolgende Bedingungen gebunden:

  • Abschluss des 1. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung,
  • vollständige Absolvierung des klinischen Teils des Medizinstudiums,
  • Teilnahme an allen vorgeschriebenen Unterrichtskursen, einschließlich Wahlfach,
  • praktische Erfahrungen in den Famulaturen von zusammen 120 Tagen,
  • für den 2. Bestandteil: Absolvierung des Praktischen Jahres (PJ) über insgesamt 48 Wochen.

Das Bestehen der Prüfungen und Erbringen der Leistungsnachweise muss belegt werden. Für die einzelnen Bausteine des Medizinstudiums musst du bei der Zulassungsbeantragung die Bescheinigungen einreichen. 

Wann wird das Examen abgelegt?

Dein theoretisches Wissen musst du bereits vor dem PJ unter Beweis stellen. Zweimal im Jahr, im Frühjahr oder Herbst, kannst du dich zum schriftlichen Teil anmelden. Stichtage für die Anmeldung sind der 10. Januar oder der 10. Juni. Jeweils 5 Stunden an 3 aufeinanderfolgenden Tagen werden deine Kenntnisse schriftlich abgefragt. 

Die mündlich-praktische Prüfung bildet jetzt den 3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Sie ist nun erst nach dem PJ zu bewältigen. Der mündliche Teil erstreckt sich über 2 Tage und umfasst 2 Bestandteile: die klinisch-praktische Untersuchung eines Patienten mit Dokumentation des Falls sowie im zweiten Teil eine mündliche patientenbezogene Befragung durch eine Kommission. 

Wie läuft das Hammerexamen ab?

Die Prüfungen finden an deiner Fakultät und im Klinikum oder einem anerkannten Lehrkrankenhaus statt. Die schriftliche Prüfung besteht aus 320 Fragen nach dem Multiple-Choice-Prinzip. Du musst pro Tag bei ca. 100 bis 110 Fragen die richtigen Antworten ankreuzen bzw. angeben. Du hast also keine drei Minuten Zeit pro Frage, für viele Fragestellungen genügt jedoch weniger als eine Minute. 

Die Prüfungsfächer im mündlich-praktischen Teil orientieren sich an den Tertialen des PJ im Medizinstudium. Das vierte Prüfungsfach wird jedem Studierenden nach dem Zufallsprinzip zugewiesen. Fach und Termin werden dir spätestens zwei Wochen vorher mitgeteilt. Demzufolge sind Innere Medizin, Chirurgie, dein Wahlfach sowie das zugeloste Lehrfach Gegenstand der Prüfung. Maximal drei andere künftige Mediziner werden gleichzeitig mit dir geprüft. Die Prüfungskommission besteht aus einem Vorsitzenden und höchstens vier Beisitzern, die jeweils auf ein Prüfungsfachgebiet spezialisiert sind. Du musst mit ungefähr 45 bis 60 Minuten Prüfungszeit rechnen. 

Auf welche Inhalte kommt es an?

Abgefragt wird Wissen über Gesundheitsstörungen und Krankheitsbilder aus allen 34 klinischen Fächern. Viel Wert legen die Prüfer auf fächerübergreifende Zusammenhänge. Du musst unter Beweis stellen, dass du deine theoretischen Erkenntnisse aus dem Medizinstudium in praktische Schlussfolgerungen umsetzen kannst. Die Prüfung hat zum Ziel, dass die Studierenden, wie in der ÄAppO vorgesehen, ihre Befähigung zur eigenverantwortlichen und selbständigen ärztlichen Berufsausübung demonstrieren. Du benötigst zum erfolgreichen Prüfungsabschluss berufspraktische Fähigkeiten, insbesondere in der Anamneseerhebung, körperlichen Untersuchung, Resultatinterpretation, dem Stellen von Diagnosen, Therapieplanung und dem ethischen Verhalten gegenüber Patienten und Angehörigen. Es kommt darauf an, klinische Zusammenhänge zu erkennen und bereits wie ein Arzt in konkrete Handlungsempfehlungen und Therapien umzusetzen. Du brauchst Universalwissen sowie grundlegende praktische Fertigkeiten, um die erforderlichen Auskünfte zur Stellung der Diagnose zu erlangen, ihre Bedeutung für die Diagnosestellung zu erkennen und im Rahmen denkbarer Diagnosen kritisch zu werten. 

Was umfasst der schriftliche Teil?

Die Fragen beruhen auf dem Gegenstandskatalog des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Den größten Anteil an den Fragen von rund einem Fünftel hat die Innere Medizin. Danach kommen mit einem Zehntel die Pharmakologie sowie die größeren Fächer wie Neurologie und Chirurgie. Die restlichen Fächer liegen unter 5 Prozent Anteil, die Vorgaben schwanken. Neben den Ankreuzfragen enthält der Fragebogen zur Hälfte auch komplexe Fallstudien mit ausführlicher Krankengeschichte des vorgegebenen Patienten. Dazu sind ca. 10 bis 15 Fragen aus allen Fachgebieten zum konkreten Fall zu beantworten, sodass insgesamt 4 bis 5 Fälle pro Prüfungstag zu beurteilen sind. 

Was wird im mündlich-praktischen Teil geprüft?

Der erste Prüfungstag findet auf Station statt und beginnt mit der Vorstellung deines Patienten, der von dir vor dem Prüfungstermin zu untersuchen und zu befragen ist. Anhand dessen muss ein kompletter Fallbericht angefertigt werden. Daraus leiten die Prüflinge Diagnose und Behandlungsmethoden ab. Die Hilfe von Stationsärzten ist ausdrücklich erlaubt. Der Bericht ist der Prüfungskommission zur Bewertung vorzulegen. Am zweiten Tag befragt dich und deine 3 Kommilitonen jeder Prüfer fachbezogen. 

Beratungsprozess
Dein Weg zu uns

Wie erfolgt die Bewertung?

Das Hammerexamen ist bestanden, wenn sowohl schriftlicher als auch mündlich-praktischer Teil erfolgreich absolviert, also die mündliche Prüfung mit mindestens „Ausreichend“ bewertet wurde. Im schriftlichen Teil müssen analog zum Physikum knapp 60 Prozent der Fragen fehlerfrei beantwortet sein. Beide Leistungen fließen zur Hälfte in die Benotung ein. Ein nicht bestandener Prüfungsteil kann bis zu zweimal wiederholt werden. Dann muss jedoch nur dieser Teil noch einmal abgelegt werden, was ab dem nächstfolgenden Semester möglich ist. Die Resultate des 2. und 3. Staatsexamens gehen zu zwei Dritteln in die Gesamtnote der Ärztlichen Prüfung ein. 

Wie lässt sich das Hammerexamen am besten bewältigen?

Um das Wiederholen möglichst zu vermeiden, gibt es einige nützliche Tipps. Besonders hilfreich sind Tipps von Absolventen, die den 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erst vor Kurzem gemeistert haben, so wie Lars. Er berichtet, wie er sich vorbereitet hat und welche Dinge schon weitaus früher im Studium dafür relevant waren. 

Wie bereite ich mich optimal auf das Staatsexamen vor?

Zur Prüfung mitzubringen sind: Prüfungseinladung, Personalausweis, Schreibutensilien und Verpflegung. Du bekommst ein Aufgabenheft und den Antwortbogen. Am Ende der Prüfung darfst du das Aufgabenheft mitnehmen oder dir bei vorzeitiger Abgabe im Sekretariat abholen. Daher bietet es sich an, die Ergebnisse auch im Aufgabenheft zu vermerken, damit du im Nachhinein deine Lösungen überprüfen und aus falschen Antworten lernen kannst.

Lars meint: „4 bis 5 Monate vor dem Examen mit dem Lernen zu beginnen, ist nicht zu früh. Besorge dir rechtzeitig Prüfungsprotokolle von ehemaligen Examenskandidaten, damit du dich zielgerichtet vorbereiten kannst.“ Hier weitere wertvolle Tipps von Lars:

  • Lerne nicht bis zum letzten Tag oder gar noch kurz vor der Prüfung. Ein paar Tage zur Erholung einzuschieben, bringt mehr, als sich bis zuletzt zu stressen.
  • Begrenze die maximale Lernzeit pro Tag beispielsweise auf 5 bis 6 Stunden. Nach einer gewissen Zeit unter hoher Konzentration tritt kein zusätzlicher Lerneffekt mehr ein, im Gegenteil. Lass dich jedoch nicht vom Lerntempo deiner Kommilitonen beeinflussen, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Für den einen können 3 Stunden ausreichend, für den anderen 8 Stunden tägliche Lernzeit richtig sein.
  • Plane regelmäßig Pausen an Lerntagen und freie Wochenenden ein, so kannst du mehr Begriffe und Themen behalten.
  • Reserviere dir vor der Prüfung etwas Zeit zur Wiederholung des Lernstoffs, beispielsweise eine Woche.
  • Kreuze, notiere und lerne nicht nur für dich allein. Der Austausch und das gegenseitige Abfragen unter Gleichgesinnten bringt dich definitiv weiter.

Was sollte ich für den praktischen Teil berücksichtigen?

  1. Kontrolliere am Vorabend der Prüfung, ob du alle Materialien, Unterlagen und Geräte griffbereit hast, die du am nächsten Tag brauchst.
  2. Lerne die Mitglieder deiner Prüfungsgruppe im praktischen Teil schon vorher kennen. Das bringt den Vorteil, dass du dich auf die Eigenheiten deiner Mitprüflinge besser einstellen kannst und ihr gemeinsam das Prüfungsgespräch vorab üben könnt.
  3. Als Prüfungsgruppe solltet ihr euch vor der Prüfung mit den Fragestellern und deren Vorlieben bekannt machen. Aus alten Prüfungsprotokollen erfährst du etwas über die Lieblingsthemen deiner Prüfer. Das Vorgespräch mit den Kommissionsmitgliedern hilft euch, sich auf wesentliche Themen zu fokussieren und Unklarheiten vorher zu beseitigen.
  4. Betrachte die Prüfer nicht als deine Feinde, die wenigsten haben Freude daran, einen Kandidaten scheitern zu sehen. Lass dich durch Nachfragen nicht verunsichern. Es kommt darauf an, auch unter Stress souverän zu reagieren.
  5. Verfasse bereits während der Klinik Fallberichte, beispielsweise im PJ, damit du nicht zu viel Zeit brauchst. Obwohl die Erstellung des Berichts und die Patientenuntersuchung nicht zur eigentlichen Prüfungszeit gehören, bereite für den Prüfungstag eine Vorlage vor, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst.
  6. Geh beim Patientengespräch strukturiert vor und erläutere alle Handlungen bzw. warum auf welche Schritte verzichtet werden kann. Begegne dem zu Behandelnden zugewandt, respektvoll, höflich und mit Verständnis.
  7. Behandle auch deine Mitprüflinge am zweiten Tag mit Achtung und Respekt. Ungefragt auf Aufgabenstellungen zu antworten, die der andere gerade nicht weiß, bringt dir keine Extrapunkte ein und hinterlässt einen schlechten Eindruck.
  8. Eine Wissenslücke während der Befragung zuzugeben, ist oftmals besser, als zu versuchen, diese krampfhaft zu verbergen und dabei in gefährliches Fahrwasser zu geraten.

Lars hat sein Staatsexamen schon im ersten Anlauf geschafft, du kannst das auch. Schließlich war es im Medizinstudium bis hierher schon ein langer und steiniger Weg, den du gemeistert hast. Die Durchfallquote ist im Verhältnis zum Physikum gering. Es lohnt sich, mit Selbstbewusstsein die letzte Strecke bis zu deinem Traumberuf zu gehen.

Bei Fragen über deine weitere berufliche Zukunft, wende dich gerne an uns!
Hammerexamen bestanden und was jetzt?

Wie geht es nach dem Hammerexamen weiter?

Das Hammerexamen zu bestehen, bedeutet das Ende der Studienzeit. Fast, denn Arzt bist du dann noch nicht. Du musst erst deine Approbation beim zuständigen LPA oder Landesverwaltungsamt beantragen. Das kannst du frühestens 4 Wochen vor dem mündlichen Teil des Staatsexamens erledigen. Dazu benötigst du folgende Dokumente:

  • Ausweis,
  • Geburtsurkunde,
  • Prüfungszeugnis,
  • Führungszeugnis,
  • Gesundheitszeugnis,
  • Lebenslauf,
  • persönliche Erklärung über Straffreiheit.

Hast du diese bürokratischen Hürden genommen, darfst du den Titel Arzt oder Ärztin tragen, eigenverantwortlich als Arzt arbeiten und dich mit einer Praxis niederlassen. Du kannst natürlich auch als angestellter Arzt arbeiten. Aber eines bist du auf keinen Fall mehr: Medizinstudent. Der berufliche Neuanfang krempelt nicht nur dein Alltagsleben völlig um. Du solltest nicht vergessen, dich selbst gegen die Widrigkeiten des Berufslebens abzusichern. Dazu gehört eine Berufshaftpflichtversicherung. Ohne diese Versicherung solltest du nicht in dein Arbeitsleben starten. Sie reicht jedoch nicht aus. Weitere Versicherungen sind notwendig, beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte und eine private Krankenversicherung für Ärzte.

Welche Ärzteversicherung braucht der Arzt?

Woran sollten Absolventen denken?

Als Arzt bist du speziellen Risiken ausgesetzt, die deine Fähigkeit, den Beruf ein Arbeitsleben lang auszuüben, stark einschränken oder sogar vernichten können. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte sorgst du für den Schadensfall vor. Nach einem solchen Ereignis fehlt dir dein Einkommen, das dir einen vernünftigen Lebensstil ermöglicht. Risiken für Ärzte sind beispielsweise Ansteckungsgefahren durch Infektionen oder übermäßige Arbeitsbelastung bzw. permanenter psychischer Stress. Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte zahlt dir, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst, eine monatliche Rente. Die Leistungen des Versorgungswerks für Ärzte genügen zur Deckung deiner Lebenshaltungskosten nicht, deshalb brauchst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte. 

Bereits als Student solltest du über eine private Krankenversicherung für Ärzte (PKV Arzt) nachdenken. Sie ermöglicht dir im Krankheitsfall eine vollständige Erstattung der Behandlungskosten, Chefarztbehandlung, ein Einzelzimmer im Krankenhaus oder die Kostenübernahme von alternativen Heilmethoden. Als Arzt weißt du, wie wichtig eine optimale Versorgung ist, wenn du krank bist. Das gibt dir die Beruhigung, frei von finanziellen Sorgen zu sein. Gerade, weil die Tarife in der PKV Arzt sehr unterschiedlich sind, ist ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis unerlässlich. Für praktizierende Ärzte existieren beispielsweise günstige Gruppentarife. Beitrag und Leistungen einer PKV Arzt hängen immer von deiner persönlichen Situation ab. Bereits als Medizinstudent kannst du von vorteilhaften Tarifen profitieren. 

An wen können sich Studierende wenden?

Da die Beitragshöhe zugleich vom Alter des Versicherten abhängt, ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen. Damit du den passenden Tarif für dich herausfindest, solltest du dich intensiv damit beschäftigen und bei erfahrenen Fachleuten gründlich informieren. Gut und unabhängig beraten dich Profis wie wir, weil wir seit vielen Jahren Angehörige der Heilberufe betreuen. Vereinbare online einen Beratungstermin bei uns.