Medizinstudium im Ausland (Riga/Lettland)

Den Traum Arzt zu werden aufgeben, nur weil man in Deutschland keinen Studienplatz bekommt?
Diese Frage habe ich mir selbst gestellt, bevor ich an der Riga Stradins University in Lettland angenommen wurde. Meine Studentenzeit startete unter den besonderen Bedingungen von Corona in einem mir völlig fremden Land.
Mein Erfahrungsbericht über das Medizinstudium im Ausland.

Getting started

Es gibt viele Dinge zu klären, wenn ein längeren Auslandsaufenthalt anstrebt wird. Die aktuelle Corona Situation erschwerte das ganze Planen und Strukturieren natürlich umso mehr, verringerte aber nicht die Vorfreude auf die neue Zeit in Lettland. Die Universität gab uns viele Informationen was zu beachten ist, was noch vor der Ankunft erledigt werden musste und viele weitere nützliche Tipps für das Medizinstudium im Ausland. Der erste Monat sollte komplett online stattfinden und erst danach gab es auch normale Univorlesungen. Da die Corona Situation leider nicht besser wurde, beschränkten sich diese allerdings auf einige wenige Male. Folglich war ein Großteil des Semesters online gestaltet. 

Die Stadt Riga

Das Gefühl eine unbekannte Stadt im Ausland allein zum ersten Mal zu betreten ist schwer zu beschreiben. Freunde und Familie fragten immer wieder, was genau so besonders an dieser Stadt sei. Für mich ist Riga die perfekte Mischung aus allen guten Eigenschaften deutscher Städte. Es gibt viel moderne und auch viel ältere Architektur. Die Stadt ist übersät mit Parks und Grünflächen und wenn man einfach mal abschalten möchte, ist der Strand nur 45 Minuten von der Innenstadt entfernt. Von der Universität gibt es zudem viele unterschiedliche Sportangebote, die genutzt werden können. Meine kleine Wohnung lag mitten im Stadtzentrum, wodurch ich die meiste Zeit aller Einkäufe, Erledigungen oder auch Treffen mit Freunden zu Fuß erledigen konnte. 

Studentenalltag

Trotz der schwierigen Situation in der Welt, hatte Lettland bis dahin nur wenige Corona Fälle, was uns Studenten nach Ablauf einer 10-tägigen Quarantäne eine Menge Freiheiten ermöglichte. Es gab keine Maskenpflicht, Clubs und Bars waren geöffnet ohne Einschränkungen und auch Studentenpartys gab es viele. Diese schöne Zeit währte allerdings nur kurz, da bereits nach einigen Wochen auch in Lettland die Zahlen anstiegen und damit einher Einschränkungen im öffentlichen Leben eingeführt wurden. Das Uni Leben wurde wieder komplett auf online umgestellt und wir mussten von unseren Wohnungen aus oder der großen Nationalen Bibliothek Vorlesungen besuchen. 

Universitätsalltag

An der Riga Stradins University wird zwischen Englisch oder Lettisch als Studiensprache gewählt. Für mich kam nur Englisch in Frage, was eine Umstellung zu meinem bisherigen Bildungsweg war. Ich fand mich dennoch schnell zurecht und bald war es überhaupt kein Problem mehr. Schwierigkeiten hatte ich, da alles nur online stattfand und mir damit der praktische Bezug fehlte. Die Uni hat zwar ein super Konzept, welches es uns so angenehm wie möglich macht, aber es war nicht so wie ich es mir erhofft hatte vor meinem Reiseantritt. Informatik Probleme gab es verglichen mit Deutschland sehr wenige und wenn, gab es schnell professionelle Hilfe. Niemand weiß wie schnell sich die Situation in Zukunft ändern wird, aber ich denke meine Universität hat das ganze bestmöglich gelöst.

Selbst wenn ich die Wahl hätte in Deutschland einen Platz zum Studienbeginn zu bekommen, würde ich jederzeit Riga vorziehen. Es war eine wunderschöne, aufregende Zeit und ich bin gespannt was ich noch alles erleben werde, in der schönsten Stadt Europas. Das Medizinstudium im Ausland kann ich als alternative zu Deutschland definitiv empfehlen.

Eure Leon,
Medizinstudent an der Riga Stradins University und Gastautor für jungmediziner.de

Wenn auch du Interesse hast einen Erfahrungsbericht über das Medizinstudium zu schreiben oder Teil unseres Teams werden möchtest, melde dich gerne bei uns.