25.10.2018

Erfahrungsbericht: Orientierungslauf zum Medizinstudium in Würzburg

Mit meinen 20 Jahren habe ich noch einiges vor mir, möchte euch aber im Folgenden erstmal erzählen, was bereits hinter mir liegt. Wieso es dazu kam, dass ich Ärztin werden will und warum mich mein Weg zum Studium ausgerechnet nach Würzburg geleitet hat.


Mein Name ist Mareike Seeger. Als Medizinstudentin im aktuell 4. Semester unterstütze auch ich nun als Campus Captain an Marvins Seite das Team von jungmediziner.de. 

Urpsrünglich komme ich aus einer kleinen Stadt nahe Erlangen, in der ich mit meinen drei Brüdern und meiner Zwillingsschwester aufwuchs.

Während der Schulzeit stellte ich langsam mein technisches Interesse fest und nutzte mehrere Ferien, um diverse Tages- oder Blockpraktika bei Siemens und anderen Unternehmen zu machen und dadurch die Richtung festzustellen, in die ich gehe wollte. Mein Vater ist Ingenieur und auch mein Onkel begeisterte meine Geschwister und mich früh mit Lötverfahren und dem Hintergrundwissen für die Technik. 

Obwohl meine Mutter selbst Ärztin ist, war für mich klar: Medizin? Nein, das will ich nicht. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann hatte ich mir zu dem Zeitpunkt jedoch nie wirklich Gedanken darüber gemacht.
Erst als ich feststellte, dass Medizintechnik die von mir auserwählte Richtung war und ich kurz vorm Abitur stand, zweifelte ich an meiner Entscheidung. Nach Gesprächen mit Medizinstudenten und meiner Mutter stellte ich dann schlussendlich fest: Technik wäre toll, aber Medizin - alles verstehen zu können, was im menschlichen Körper so passiert - das würde mich weit mehr reizen. Und später dennoch im Bereich der Medizintechnik arbeiten, das ist als Arzt dann bestimmt auch möglich. 

Wie kam es also, dass ich in Würzburg landete? Dazu müssen wir nochmal in der Zeit etwas zurückspringen und einen kleinen Aspekt aufgreifen: Meine Liebe zum Sport. 

Zu Grundschulzeiten war ich zusammen mit meiner Schwester im Leistungsturnen in meiner Heimatstadt. Als wir feststellten, dass wir - um ehrlich zu sein - keine große Begabung hatten und lieber das turnten, was wir wollten, als strenge Küren zu befolgen; konzentrierten wir uns auf Tennis. Dort spielten wir gerne im Verein u.a. Kreisklassen-Turniere, kamen derweil aber über unsere Mutter in Berührung mit einem ganz anderen, uns erst unbekannten Sport: 

Den Orientierungslauf (OL). Vielen wird das nichts sagen, schließlich ist dieser in Deutschland nicht allzu weit verbreitet, während er aber in Skandinavien als Volkssport betrieben wird.

Um die Definition kurz zu fassen: Der OL ist ein Laufsport, der zumeist im Wald aber auch in urbanem Gelände stattfindet. Dabei muss der Läufer mithilfe von einer sehr detaillierten Karte und einem Kompass eine ihm vorher unbekannte Route mit verschiedenen Kontrollposten ablaufen, die im Gelände markiert sind. Das Ganze geht auf Zeit wie bei normalen Straßenläufen, nur das Schöne ist: Beim Orientieren kann man Fehler machen und Zeit verlieren, was so viel heisst wie: Es gewinnt nicht immer der, der am schnellsten laufen kann. Somit stellt der OL eine fabelhafte Kombination aus Laufen und Denken dar, die immer abwechslungsreich bleibt. 

So kam es, dass ich mit dem Orientierungslauf „angesteckt“ wurde und gemeinsam mit meiner Schwester erst bei Trainingsläufen in Mittelfranken, dann bei bayerischen und schließlich bei deutschen Meisterschaften an den Start ging. Neben der Schule fing ich dann ca. in der 8. Klasse mit Lauftraining an und lernte im Gesamten meine Liebe zum Laufen kennen. Als meine Schwester und ich dann sogar den Sprung in den Jugend-Nationalkader im OL schafften und bei internationalen Wettkämpfen u.a. bei den Jugend-Europameisterschaften die deutschen Farben vertreten durften, war für mich klar: Dieser Sport hat eine zentrale Rolle in meinem Leben. 

Was hat das alles jetzt mit meinem Weg nach Würzburg zu tun? Nun ja. Da ich vor zwei Jahren komplett nach Regensburg in den bayerisch größten OL-Verein wechselte, wollte ich nach der Schule das Training dort wahrnehmen können. Der Wunsch hieß also: Medizinstudium in Regensburg. Klingt plausibel, aber wieso es dazu nicht kam, ist selbsterklärend: Der NC. 

Als ich also im WS16 nach meinem Abi keinen Platz in Regensburg bekam, stand ich vor einem großen Fragezeichen.Was jetzt?

Das nächste halbe Jahr nutzte ich für ein bisschen Urlaub und absolvierte mein Krankenpflegepraktikum, um zumindest das schon erledigt zu haben. Im Endeffekt kann ich das auch nur jedem anderen angehenden Medizinstudenten raten. Nutzt die Zeit vorm Studium, wenn’s geht. Es hat nur Vorteile. 

Schließlich fasste ich einen Entschluss. Nach dem Sport kann man nicht alles ausrichten. Schon gar nicht das Medizinstudium. Also informierte ich mich über die Unis, die ein Sommersemester anbieten und wollte es in Würzburg versuchen.
Et voilà. Nicht viel später im Frühjahr 2017 erhielt ich eine Zusage, packte meine sieben Sachen (plus etwas mehr) und bezog eines der Studentenwohnheime in Würzburg, bereit für das Studentenleben. 

Und ich muss sagen: Ich habe es bisher keinen einzigen Tag bereut.
In Würzburg macht das Studieren richtig Spaß, mal abgesehen vom vielen Fleiß, den man v.a. bei Medizin mitbringen muss. Das Studium an sich gefällt mir bisher auch super. Worauf ich noch warte, ist all das, was nach der ganzen Theorie der ersten zwei Jahre kommt: Das logische Verständnis, das man u.a. aufbringen muss, um Krankheiten bzw. Beschwerden richtig zu deuten und zu diagnostizieren. Aber mit dem Physikum im Frühjahr komme ich dem hoffentlich einen Schritt näher.
Was den Sport angeht, habe ich in Würzburg auch schon einige Laufgruppen/-partner gefunden, und betreibe aktuell immer noch Leistungssport im OL. Auch wenn ich sagen muss, dass dies vor allem im Sommer mit den Wochenenden voller Wettkämpfe und dem ein oder anderen Trainingslager viel Zeitmanagement erfordert. 

Über den diesjährigen Residenzlauf stieß ich dann schließlich auf Fabian, der mir von den „Jungmedizinern“ berichtete und mich neugierig machte. So kam es, dass ich ebenfalls das Angebot bekam, das Team als „Campus Captain“ unterstützen zu können, was ich mir nicht entgehen lassen konnte und auch nicht habe. ;) 

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt, was die Zukunft weiter so bringt. Bis bald (im Wald). 

Eure Mareike
Medizinstudentin an der Universität Würzburg und jungmediziner.de Campus Captain

 


 


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