Sommer und Sonne – eine Auszeit von der Laborarbeit

Juhu, endlich Semesterferien! Wobei ein wirkliches Semester bzw. klassische Semesterferien liegen diesen Sommer nicht wirklich hinter mir. Denn seit dem vergangenen Winter arbeite ich an meiner experimentellen Doktorarbeit in der Endokrinologie. Hierfür hatte ich mir ein Freisemester genommen, um genügend Zeit für den experimentellen Teil zu haben. Aber egal ob Arbeit im Labor oder Studium an der Uni – etwas Erholung zwischendurch ist nie verkehrt, um anschließend mit voller Energie durchzustarten. Zum Glück konnte auch ich mir ein bisschen Zeit für Urlaub frei schaufeln. Sucht ihr ein paar Inspirationen, wie man trotz Doktorarbeit, Praktika oder Nebenjob in den Semesterferien coole Highlights erleben kann? Dann lest gerne meine folgenden Zeilen, wie ich mir eine Auszeit von der Laborarbeit nehme. Hier berichte ich euch, wie ich mir trotz oder gerade wegen des vollen Laboralltags immer wieder etwas Freiraum gönnte, um anschließend mit viel Motivation und Power zurückzukehren.

Harte Arbeit darf am Wochenende belohnt werden – meine Kurztrips

Egal, ob auch ihr in euren Semesterferien im Labor steht oder mit einem Nebenjob euer Konto aufpolieren wollt – die Wochenenden sind zum Glück meist frei. Ich bin ein großer Fan von kleinen oder auch großen Ausflügen, die sich nicht selten wie ein Kurzurlaub anfühlen. Was habe ich genau getrieben?

Ein Wochenende habe ich meine Freundin und Projektpartnerin aus Gießen getroffen, mit der ich meinem achtmonatigen weltwärts Freiwilligendienst 2016/17 auf den Philippinen verbracht habe. Wir dachten uns, warum wieder bei sich zu Hause treffen, wenn Deutschland auch tolle, noch unbekannte Städte zu bieten hat? Ein kleiner Städtetrip ist doch nie verkehrt! So fiel bei uns die Wahl auf das wunderschöne Koblenz. Die Stadt war nicht allzu weit entfernt und für uns beide gut zu erreichen. Eine Entscheidung, die wir keineswegs bereut haben! Das Deutsche Eck, wo Rhein und Mosel aufeinandertreffen, mit der Seilbahn hinauf zur Festung Ehrenbreitstein mit einem fantastischen Blick über das Rheinland oder einfach ein Stadtbummel durch die historische Altstadt – Koblenz hat uns mit seinen vielen Facetten überzeugt!

An einem anderen Wochenende ging es für meinen Bruder und mich nach NRW. Genauer gesagt, nach Duisburg. Ein Kurzurlaub im klassischen Sinn stand dieses Mal allerdings nicht auf der Agenda, sondern etwas viel, viel cooleres! Wir träumen schon seit Langem davon, einmal den Mammutmarsch zu bewältigen. Was das heißt? Das heißt zu erfahren, dass die eigenen Grenzen nur im Kopf entstehen. In anderen Worten: 100 km in nur 24 Stunden wandern. Diese Hausnummer war uns für den Einstieg allerdings etwas zu hoch. Deshalb entschieden wir uns fürs erste für den Little Mammut, d. h. eine 55 km Extremwanderung durch die Kulturlandschaft des Ruhrgebiets. Herausfordernd war das allemal! Aber jede gelaufene Blase und jeder schmerzende Muskel wurde im Ziel von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl belohnt. Wer weiß, vielleicht berichte ich nächstes Jahr vom 100 km Mammutmarsch? Blut haben wir beide allemal geleckt!

Mammutmarsch
Ziel Mammutmarsch

Und sonst?

Sonst nutzte ich gerne die Wochenenden für Rennrad- und Wandertouren in der Nähe. Der Spessart, die Rhön oder der Steigerwald sind immer einen Besuch wert. Außerdem besichtigte ich kleinere und größere Städtchen in der Umgebung. Forchheim, Ochsenfurt oder Weikersheim, aber auch größere Städte wie Fürth oder Erlangen eignen sich neben Klassikern wie Bamberg, Frankfurt oder Nürnberg hervorragend für einen Tagestrip. Ansonsten verbrachte ich meine Zeit mit Familie und Freunden in Würzburg und genoss die Vorzüge unserer schönen Weinstadt.

Forchheim
Forchheim

Ab in den Urlaub – der Bayrische Wald, das Pitztal und Bella Italia

Wie gesagt, schon ein Ausflug am Wochenende kann wahre Wunder bewirken. Aber manchmal tut auch der größere Abstand gut, um mit einem richtig frischen Kopf zurückzukehren. Ein sehr langer Urlaub am Stück war wegen meiner Laborarbeit dieses Jahr nicht drin. Dafür allerdings mehrere kürzere. Wohin ging es genau?

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Tradition mit meiner Mama jeden Sommer ein paar Tage im deutschen Süden zu wandern. Dieses Jahr entschieden wir uns erstmals nicht für das Allgäu, sondern für den Bayrischen Wald. Und was soll ich sagen: Unser Bundesland hat wahrhaftig tolle Ecken! Bei unseren Wandertouren durch das Naturidyll konnte ich den Kopf so richtig freibekommen. Ein bisschen Wellness und der ein oder andere Gaumenschmaus machten die Tage perfekt. Kleiner Tipp: Regensburg liegt ganz in der Nähe. Ihr könnt hier also Kultur und Natur perfekt miteinander verbinden!   

Bayrischer Wald
Bayrischer Wald

Nach Deutschland folgt Österreich und Italien

Von Wandern in eindrucksvoller Natur kann ich nie genug bekommen. Deswegen ging es auch mit meinem Freund für eine knappe Woche ins Österreicher Pitztal zum Campen. 24/7 an der frischen Luft zu sein war ein toller Kontrast zum sonstigen Alltag, der von Maske tragen, Klimaanlage und künstlichem Licht im Labor geprägt war. Und auch die langen Wandertouren durch die traumhafte Bergkulisse beglückten mich jedes Mal aufs Neue. Erholt und mit viel neuer Energie startete ich in die nächsten Laborwochen bis…

…es mit meinen zwei besten Freundinnen eine Woche nach Bella Italia ging. Das ist für uns drei schon Tradition geworden. (Fast) jedes Jahr wartet ein Urlaub im italienischen Süden auf uns. In den vergangenen Jahren standen tolle Ausflüge in der Umgebung auf der Agenda. Dieses Jahr galt als oberstes Gebot Entspannung. Und wo könnte man sich besser erholen als am Strand mit Meeresrauschen im Ohr und einem Gelato in der Hand? Ein Caffè hier und ein Stück Pizza da durften natürlich nicht fehlen! Sonst wartete der ein oder andere Stadtbummel auf uns, leckerstes italienischen Essen und einfach wunderbare, gesellige Zeit. Hier konnten wir so richtig die Seele baumeln lassen.

Das waren also meine (Kurz-)Trips diesen Sommer. Ich hoffe, dass ihr in euren Semesterferien mindestens genauso coole Highlights setzen konntet trotz Pflichten wie Doktorarbeit, Famulaturen, Pflegepraktika oder sonstigen Nebenjobs. Oft sind es ja die kleinen Dinge, die das größte Glück hervorrufen.

In diesem Sinne, einen erfolgreichen, energiegeladenen und motivierten Semesterstart!

Eure Marleen,
Medizinstudentin an der Universität Würzburg und Campus Captain bei jungmediziner.de