30.07.2018

Erfahrungsbericht: Mit 30 Jahren zum Medizinstudium nach Würzburg

Mein Name ist Marvin Jeromin. Ich bin der neue Campus Captain der Jungmediziner. Ich studiere Humanmedizin an der Julius-Maximilian-Universität in Würzburg und habe nun das 3. Semester hinter mir.


Ich bin 31 Jahre alt, wohne in Würzburg, in einem Studentenwohnheim, komme aber eigentlich aus dem (Nieder-) Rhein-Ruhr-Gebiet – 400 Kilometer von hier entfernt. Ich möchte mich in diesem ersten Erfahrungsbericht vorstellen und erzählen warum Würzburg meine neue Heimat geworden ist, was mich dazu veranlasste, noch mit 30 - ausgerechnet Medizin - zu studieren und wie es dazu kam, dass ich das Team der Jungmediziner mit meiner Tatkraft bereichere.

Aufgewachsen auf einem Dorf im Ruhrgebiet, Grenze Münsterland, verfolgte ich als Sohn von klassischen Arbeitereltern ohne akademischen Grad noch ganz andere Ziele, die mit Medizin überhaupt nichts zu tun hatten. Ich wollte in die Werbebranche oder Computerindustrie. Irgendwohin, wo ich mein damals, wahrscheinlich etwas überschätztes, entdecktes künstlerisches Talent und/oder meine technische Versiertheit unterbringen kann. Mein Vater war derzeit selbstständiger Gastronom und meine Mutter gelernte Krankenschwester, oder wie es heute richtigerweise heißt: Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich schlug andere Wege ein. Arbeitete lange Zeit ohne schulischen Abschluss in Zeitarbeitsfirmen, bekam dadurch neue Einblicke in verschiedene Branchen. War sogar einige Zeitlang selbstständig; hatte Ausbildungsverträge in der Tasche. Es vergingen fast 10 Jahre, in denen ich als Lagerist, Handwerker, Webdesigner, Paketbote oder Verkäufer arbeitete. Ich arbeitete in Bibliotheken, Packstationen, Büros und Diskotheken. Ich begann währenddessen, meine Schulabschlüsse nachzuholen und fing an, konkretere Ziele für die Zukunft zu definieren. Ich wollte Arzt werden. Das entsprechende Abiturzeugnis hielt ich Ende 2016 in den Händen. Die Bewerbung über das zentrale Studienplatzvergabesystem folgte unmittelbar im Anschluss.


Mittlerweile hatte ich schon viel vom Ruhrgebiet gesehen, änderte fast 10-mal meinen Wohnort und suchte nun eine Uni im nahen Umkreis. Meine Präferenzen und das System von hochschulstart.de sorgten in Kombination schließlich dafür, dass es doch ganz woanders hinging – an den Main. Für mich war es Zufall, dass ich in Würzburg gelandet bin. Könnte aber über den Ausgang nicht glücklicher sein. Mal abgesehen von dem Unialltag ist das Leben in dieser Stadt wie Urlaub. Vom grauen Pott an den sonnigen Main – ich bin gerne hier, obwohl ich wirklich große Bedenken hatte, meine Familie, Freunde und Bekanntschaften so weit hinter mir zu lassen.


Genau andersherum verhielt es sich eigentlich mit der Wahl des Studienfaches. Medizin ist doch ganz anders als erwartet. Vor allem ist es anspruchsvoller und fordernder als ich es mir im Vorfeld ausgemalt habe. Kurz dachte ich, ich würde es hier einfach haben; ohne größeren Aufwand den menschlichen Körper kennenlernen und die Regelstudienzeit wie im Flug vergehen lassen. Ein Trugschluss. Vermutlich fehlgeleitet vom guten Abiturzeugnis. Ich glaube, wenn man zu den besten Schulabgängern des Landes gehört, kann man schnell dem Irrglauben verfallen, die Uni würde ein Spaziergang werden. Die Realität sieht anders aus – etliche Stunden am Schreibtisch, der Bibliothek als quasi Erstwohnsitz und Veranstaltungen in gefühlten Fremdsprachen prägen meinen Alltag zum Teil auch jetzt noch. Man erringt mit der Zeit die Erkenntnis, dass man nicht einfach so, ganz nebenbei Arzt werden kann. Die meisten werden es laut Statistik aber trotzdem. Viel Fleiß und ein cleveres Köpfchen sind hierbei von Vorteil.

Nun, in Würzburg und Medizin angekommen, mit dem Ziel vor Augen, Radiologe zu werden, suchte ich nach Arbeit. Ab einem gewissen Alter zählt man nämlich bei einigen Instituten nicht mehr als Student, sodass nicht ganz schmerzfreie Kosten auf einen zukommen. Ich fand eine ehrenamtliche Tätigkeit – bereits in der Vergangenheit bekleidete ich einige Ehrenämter – und über Zufall eine zweite Stelle bei den Jungmedizinern. Über die Facebook Gruppe „Medizin Uni Würzburg Späteinsteiger“ stoß ich auf Fabians Inserat, Interessenten für einen Medizinischen Nähkurs zu finden. Zusammen mit einer Freundin meldete ich mich an. Während des Kurses kam Fabian auf uns beide zu, erzählte von der Marke „Jungmediziner“ und weckte mein Interesse letztendlich gänzlich mit einem Stellenangebot. Kurz darauf folgte auch meine Bewerbung und nach einem persönlichen und ausführlichen Gespräch sind beide Seiten voneinander überzeugt worden. Seitdem ist ein knapper Monat vergangen und ich freue mich über den Lauf der Dinge - darüber, das Team verstärken zu dürfen und die neuen Impressionen, die ich durch die Arbeit der Jungmediziner und die des Dachverbandes „BAZ“ sammeln werde.


In den nächsten Berichten werde ich weiter darüber und auch die letzten Monate in der Vorklinik schreiben.

 

Euer Marvin

Medizinstudierender an der Universität in Würzburg und jungmediziner.de Campus-Captain


 


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