27.02.2018

Erfahrungsbericht: Meine ersten Eindrücke in der Allgemeinmedizn

Nachdem ich meine letzten Klausuren geschrieben habe, ging es für mich mit dem nächsten Blockpraktikum weiter.


Dieses Mal durfte ich zwei Wochen in einer Allgemeinarztpraxis zuschauen und so weit es ging auch mitarbeiten. Dies waren zwei sehr praktisch orientierte Wochen, in denen man vor allem gelernt hat Patienten mit den alltäglichen Beschwerden zu helfen. In der jetzigen Jahreszeit waren dies insbesondere Infekte der oberen Atemwege, Rückenschmerzen und die Disease Management Program Untersuchung bei Diabetes mellitus. Zudem war der Arzt auch Arbeitsmediziner, sodass ich in den zwei Wochen die Ganzkörperuntersuchung perfektionieren konnte.

 

Das Praxisteam hat mir viele nützliche Dinge beigebracht, die ich so in der Klinik selten mache. Wir haben Urin gemeinsam befundet, Impfberatung und Sehtests durchgeführt. Besonders aufregend war für mich einen Einblick in die Neuraltherapie zu bekommen. Diese wurde innerhalb des ganzen Studiums kaum erwähnt, schien aber in diesem Fall ein festetablierter Teil der allgemeinärztlichen Tätigkeit zu sein. So kamen viele Patienten insbesondere bei Rückenschmerzen aufgrund guter Erfahrungen mit Neuraltherapie in die Praxis. Neuraltherapie ist ein Verfahren aus der Alternativmedizin, dessen Ziel es ist die Selbstheilung des Organismus über das vegetative Nervensystem mittels Injektionen eines kurz wirkenden Lokalanästhetikums anzuregen.


Das Besondere an einer allgemeinärztlichen Praxis ist die Individualität, wie man diese gestalten kann. Unser Arzt hat es geschafft mehrerer seiner persönlichen Interessen in den Arbeitsalltag einzugliedern. Dazu gehören Akupunktur, Neuraltherapie und die Arbeitsmedizin. Auch den Umfang der angebotenen Leistungen kann man abhängig von Interesse und Vorkenntnissen individuell gestalten. Aufgrund seines Interesses an der Dermatologie und seinen Vorkenntnissen in der Chirurgie wurden in dem sogenannten Mini OP Leberfleckentfernungen und kleinere chirurgische Eingriffe, wie zum Beispiel die Sanierung entzündeter Fußnägel, durchgeführt. Zudem wurden in der Praxis auch Rektoskopien angeboten, um den Patienten lange und häufige Wege zum Spezialisten zu ersparen.

 

Die medizinische Selbstgestaltung der eigenen Praxis ist nicht der einzige Vorteil der hausärztlichen Tätigkeit. Ich habe miterlebt, dass der Hausarzt Beruf eine Fachrichtung darstellt, sie sich sehr nah an dem Patienten und somit dem Menschlichen orientiert. Das ärztliche Handeln hängt nicht nur von Leitlinien ab, sondern der zu behandelnde Patient steht im Zentrum. Ich wurde dabei sehr stark daran erinnert, weshalb ich eigentlich Ärztin werden wollte. Diese enge Zusammenarbeit mit dem Patienten wird vor allem dadurch unterstützt, dass man diese auch wirklich kennt. So verliert der Arbeitsplatz seine Anonymität, wie man sie manchmal in der Klinik erlebt. Ich kann mir vorstellen, dass man so den Arbeitsplatz mehr als einen Teil seines persönlichen Lebens ansieht und eventuell die langen Arbeitszeiten besser akzeptieren kann. Dabei hilft bestimmt auch die teilweise grenzenlose Dankbarkeit und Anerkennung bei den Patienten. Als Hausarzt ist man für den Patienten oftmals der wichtigste Arzt und meist der erste Anlaufpunkt. Somit ist man in alles einbezogen, was die Gesundheit des Patienten angeht. Dies steht im Gegensatz zu den Fachärzten oder den Ärzten in der Klinik, die nur ihr Gebiet abdecken und daher nur ein Puzzleteil des Gesamten darstellen. Der Patientenbesuch beim Hausarzt ist jedoch mit einer Geschichte zu vergleichen, die man als Arzt mitverfolgen kann. In meinen Augen erhält die eigene Arbeit somit mehr Bedeutung und kann einen eventuell auch mehr erfüllen.

 

Ein weiterer Vorteil des Hausarztes ist, dass man sich seine Ziele selber stecken kann. Das Volumen der Arbeit hängt davon ab, wie man es gestaltet, beziehungsweise von den eigenen finanziellen Vorstellungen. Jedoch im Gegensatz zur Klinik nicht von dem was der Chef erwartet.

 

Zusammenfassend hat sich der Hausarztberuf als eine sehr selbstständig arbeitende Fachrichtung dargestellt, die man sehr persönlich gestalten kann. Doch einen Haken hat das alles natürlich doch: 1. Man muss resistent gegen Erkältung sein und 2. eine souveräne Persönlichkeit sein, die sich nicht aufregt, wenn sie jeden Tag Krankmeldungen ausfüllt; insbesondere wenn man diese nach eigenem Ermessen nur teilweise unterstützen würde.

 

Bis bald, eure Alina

Medizinstudierende an der Universtität in Würzburg und jungmediziner.de Campus-Captain

 

 


 


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