marvin

Erfahrungsbericht: Semesterferien

Ich bin so froh, dass noch Semesterferien sind. Sieht man von dem ganzen Lernpensum ab, hat es der Medizinstudent eigentlich ganz gut. Neben den wirklich rosigen Ausblicken auf einen Job mit guten Gehaltsaussichten, hat er auch noch ungefähr 6 Monate Ferien im Jahr.

Diese Zeit ist frei von Pflichtveranstaltungen oder sonstigen Aufgaben, wie sie in anderen Studiengängen durchaus üblich sind. Wir müssen also keine Hausarbeiten oder sonstiges anfertigen, sondern haben praktisch die komplette Zeit zur vollen Freizeitgestaltung zur Verfügung. Zumindest gilt dies für die Vorklinik.

Im klinischen Abschnitt sieht das anders aus, dann nutzt man die Ferien unter anderem für Famulaturen oder die Doktorarbeit. Der Vorkliniker aber macht, insofern er sein Pflegepraktikum bereits vollendet hat, andere Sachen. Üblich sind lange Urlaube, Arbeiten (z.B. beim Rettungsdienst oder als Fabrikarbeiter), das Besuchen von Freunden, Familie und den im ganzen Land verstreuten Kommilitonen sowie last but not least: das Faulenzen auf der Couch. Ich persönlich finde mich am häufigsten beim letztgenannten Punkt wieder, habe aber auch für die noch verbleibenden Wochen der Ferien einen wunderbaren Urlaub geplant.

Es ist total beliebt zur Zeit, einfach mit dem Rucksack in fremde Länder zu ziehen und sich dort mit möglichst wenig Hab und Gut von einem Abenteuer ins nächste zu stürzen. Backpacking quer durch die ganze Welt. Das klingt so geil finde ich, dass ich es auch unbedingt einmal testen will. Zusammen mit einem guten Freund haben wir uns Skandinavien und den Osten Europas als Destinationen ausgesucht. Ganz einfach und vorallem billig fahren wir die meisten Strecken mit dem Flixbus und übernachten entweder direkt im Bus, um Geld für die Unterkünfte zu sparen oder eben in verschiedenen Hostels, AirBnBs oder bei einem Freund, der praktischerweise in Göteborg lebt und dort studiert. Beliebt ist es auch, solche Touren mit einem Zelt und einem Mietwagen zu unternehmen; fürs erste reicht uns aber die Variante mit dem Interflixticket. 

Bewaffnet mit unseren Rucksäcken und Kameras gehts am Ende der schönen, unifreien Zeit in einige der Metropolen Europas, die gerade im Oktober und gerade in Skandinavien mit Sicherheit keine mollige Wärme mehr versprechen, dafür aber mit atemberaubenden Landschaften aufwarten können. Der letzte Punkt auf unserer Karte wird Prag sein, dort treffen wir dann Freunde, die bereits in der Klinik sind und nach ihrer Famulatur noch Urlaub machen wollen. Ich freue mich auf den Urlaub und darauf, mit meinen Freunden aus dem Studium abzuhängen, ohne den Druck der Uni im Nacken zu haben.

Nach der Reise werde ich berichten, wie es war. Und sicherlich ein paar Tipps parat haben, wie man als Student günstig möglichst viel von der Welt sehen kann und wie man sich auf langen Busfahrten vor einer Thrombose schützt.

Bis bald, euer Marvin