Mareike

Erfahrungsbericht: Klinik Update

Das Semester hat gefühlt gerade erst begonnen, dabei ist es in ein paar Wochen auch fast schon wieder vorbei. Aber doch, es war trotzdem genug Zeit, um mir schon einen guten Eindruck von der Klinik zu verschaffen. Fazit: Passabel, würde ich sagen, aber lest selbst.

Alles ist besser, als nochmal Physikum zu schreiben. Wenn man sich einmal durch diese sich in die Ewigkeit ziehenden Wochen gequält hat und im Endeffekt dann das Zeugnis in den Händen hält im Sinne der „Mission Impossible 1: Done. Was kommt als nächstes?“ dann weiss man: Da will ich nicht nochmal durch. Geschafft und abgehakt, weiter geht’s.

Wenn man mit diesem Statement in das erste Kliniksemester startet, klar, dann ist die Klinik wirklich deutlich entspannter. Aber vielleicht auch nur, weil man sich dann über die ersten vier Semester und die „große Hürde“ an den Alltags-Uni-Lernstress gewöhnt hat und jetzt mehr Kapazitäten aufweist als vielleicht als frischer Abiturient?

Nein, nein. Klar, die Stressgewöhnung spielt auch eine Rolle, aber ich bin der Meinung, es wird wirklich ein Stück besser – vor allem was die Inhalte angeht. Einmal tief ausatmen – und selber einen Eindruck gewinnen:

Im 5. Semester kommt man durch den Kurs der „Praktisch Klinischen Untersuchungsmethoden“ (kurz PKU) endlich in Kontakt mit den allgemeinen ärztlichen Schritten der Untersuchungstechniken. Herz und Lunge abhören, Bauch abtasten, EKG schreiben, Anamneseerhebung, neurologische Defizite erkennen .. all das wird gut und prägnant im Kurs angeschnitten, um die wichtigsten Bereiche abzugreifen, die für eine gute Untersuchung notwendig sind. Spaß macht es auf jeden Fall, sich noch zusätzlich in von der Lehrklinik angebotenen Kursen auch gegenseitig mal Blut abzunehmen und Zugänge zu legen. Wichtig für den ärztlichen Alltag ist das allemal und allseits bekannt.

Weiterhin darf man sich dann mit der gesamten Mikrobiologie befassen. Die essentiellsten bakteriellen und viralen Erkrankungen werden behandelt, Parasiten natürlich ebenso und auch der Stellenwert der Hygiene wird durch eine eigene Klausur in seiner Wichtigkeit betont.

Apropos: Schon mal wieder in den Impfpass geschaut? Wenn’s lang her ist, lieber mal nachgucken, in meinem Kopf schwirren genug Antibiotika (Namen) und Impfstoffe herum, da gebe ich gerne was ab, wenn es eine Auffrischung braucht. ;)

Ein anderes interessantes Fach bietet die Pathologie, bei der man in die weitgreifende Diversität der Organerkrankungen v.a. sichtbar unter dem Mikroskop eintaucht. Spannend, aber viel Histologie – muss man mögen.
Wer dann noch nicht genug klinische Relevanz im Semester gefunden hat (eigentlich unmöglich), der darf sich mit der Klinischen Chemie anfreunden, die z.B. die wichtigsten biochemischen Aspekte der Vorklinik nochmal aufgreift, ergänzt und auf den ärztlichen Alltag bezieht: Welche Stoffe/Marker im Blut erhärten meinen Verdacht auf einen Tumor und wie diagnostiziere ich am ehesten einen Herzinfarkt? Schadet jedenfalls nicht zu wissen.
Abgerundet wird das Semester durch die Umweltmedizin und schlussendlich noch die Epidemiologie, bei der der fleissige Student auch noch einen ersten Überblick über das wissenschaftliche Arbeiten erlangt, um in naher Zukunft evtl. bei seiner eigenen Doktorarbeit auch ja eine konkrete flüssige Ziel- und Umsetzung seines zu erforschenden Themas zur Schau zu stellen. Mal gespannt, was die Kommilitonen dann bald mal durch Studien herausfinden, wer weiss…..

Puuh ja, so sieht das zumindest grob aus.
Alles in allem also ein vollgepacktes Semester, das aber durchaus ein paar Verschnaufpausen übrig lässt – keine Sorge – und im Sommer durch die langen hellen Abende und das relativ knapp Zeitfenster ein anspruchsvolles aber damit auch wahnsinnig interessantes Klinik-Ersti-Erlebnis bietet.
In der Kürze liegt die Würze, nicht wahr?

Bis zum nächsten Mal,

Eure Mareike,
Medizinstudentin an der Universität Würzburg und jungmediziner.de Campus Captain