marvin

Erfahrungsbericht: Akuter Lernstress

In letzter Zeit ist es ruhig geworden um mich. Das liegt daran, dass ich dem totalen Lernstress verfallen bin. Täglich sehe ich die Bib. Ab und zu lerne ich auch in meinen eigenen vier Wänden. Das Medizinerleben ist leider nicht immer einfach!

Ich wünschte mir, mehr Freizeit zu haben.

An Tagen, an denen man um jeden noch so kleinen Anflug von Motivation kämpfen muss, damit dieser nicht verfliegt und sich den Rest des Tages auch nicht mehr blicken lässt, nehme ich mir einfach die benötigte Freizeit. Dann koche ich mir etwas leckeres, um einen kulinarischen Ausgleich zum Mensaessen zu verschaffen und guck mir zwei oder drei oder vier Folgen Riverdale auf Netflix an. Oder fünf.

Ich nutze diese Tage aber auch, um mich wieder sozial einzugliedern und, um dem wachsenden Plastikpfandberg in unserem WG Wohnzimmer nach langer Zeit den Kampf anzusagen. Auch nehme ich mir an diesen Tagen immer vor, mein Zeitmanagement drastisch zu verbessern. Es bleibt leider meist bei der Planung. Es ist halt alles nicht so einfach. Es muss ja auch noch Geld verdient werden!

Sollte das Pfand mal nicht reichen, die Mietkosten zu stemmen und wenn man dann noch Hobbys und Ehrenämtern nachgehen will, wird es so richtig eng. Dann will mein Gym Buddy noch vier Mal die Woche zum Sport und der Kalender hat faktisch für jeden Tag einen automatischen Eintrag für eine potentielle Party parat – Facebook sei Dank. Der ganz normale Wahnsinn also.

Der „freie“ Tag ist zu Ende und man kann tiefenentspannt ins Bett gehen. Wäre da nicht das schlechte Gewissen, dass sich nun zu Wort meldet: „Du musst noch viel lernen, junger Padawan“, sagt es und gibt dir zu verstehen, dass man den nächsten Anflug von Motivation nicht so einfach davonfliegen lassen sollte…