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28.08.2017

Was kann ich machen, damit sich mein Patient gut behandelt fühlt- ein Gespräch mit 3 Patientinnen


 

Durch eigene Erfahrungen und auch Beobachtungen in meinen Praktika habe ich immer wieder festgestellt, dass es oft zu Unstimmigkeiten zwischen Patient und medizinischen Personal kommt. Als Patient ist mir aufgefallen, dass kleine Dinge dazu führen konnten, dass ich mich wohl fühlte, aber auch sehr schnell unwohl gefühlt habe. Aus diesem Grund wollte ich mit drei Patientinnen über ihre Erfahrungen im Krankenhaus sprechen. Alle drei Patientinnen wurden über einen Zeitraum von mehreren Wochen stationär behandelt und konnten daher aus eigenen Erfahrungen spezifisch erzählen inwiefern medizinisches Personal ihnen helfen kann sich besser zu fühlen.

 

Im Folgenden eine kleine Zusammenfassung unseres Gesprächs:

Frage 1: Fühlen sie sich medizinisch gut betreut?

 

3x Ja

 

Frage 2: Fühlen sie sich pflegerisch gut versorgt?

 

2x Manchmal, 1x gut

 

Frage 3: Was führt dazu, dass sie sich gut versorgt fühlt?

  • Freundlichkeit. Für alle drei Patientinnen war dies das erste Schlagwort. Vor allem ein freundliches Eintreten in das Zimmer und Ansprechen des Patienten wurde als sehr wichtig empfunden. In diesem Zusammenhang wird ein Lachen als positiv bewertet.   
  • Den Patienten Ernst nehmen und ihn als Person zu akzeptieren wie er ist. Vor allem, wenn es um Beschwerden und persönliche Anliegen geht.
  • Professionalität. Alle drei Patientinnen geben an, dass sie es als sehr positiv empfinden, wenn das Personal nicht launisch oder genervt auf den Krankenhausalltag reagiert.
  • Kompetenz. Dies sollte am besten durch viel erklären dem Patienten vermittelt werden.  
  • Informiertes Personal. Im Gespräch wurde deutlich, dass der ständige Wechsel von betreuenden Ärzten und Pflegepersonal oft zu schlechter Übergabe geführt hat und das Personal daher nicht ausreichend über den Patienten informiert war. Dies führte zu Frustration auf Patientinnenseite.
  • Ehrlichkeit ist den Patientinnen wichtig, auch wenn zum Beispiel eine Bitte nicht erfüllt werden kann. Insbesondere das Ausweichen von Fragen oder Hinhalten der Patienten führt dazu, dass sich die Patientinnen nicht als gleichgestellt behandelt fühlen.
  • Privatsphäre schützen. Zum Beispiel wird es als negativ bewertet, wenn während dem Waschen Studenten zum Blutabnehmen in das Zimmer eintreten.
  • Charakter zeigen, indem man von sich selber oder eigenen Erfahrungen erzählt.
  • Erklären was man macht und dies nicht nur im pre-OP, sondern auch auf Station: Schritt für Schritt mit dem Patienten z.B. die Untersuchung durchsprechen.
  • Körperkontakt, vermittelt dem Patienten, dass man interessiert am Wohlbefinden des Patienten ist. Jedoch vorsichtig, es kann auch zu viel werden.


Frage 4: Gibt es etwas, das dazu führt, dass sie sich schlecht fühlen?

  • Das Gefühl der Machtlosigkeit und somit jemand Fremden ausgeliefert zu sein.
  • Die Angst nicht wahrgenommen zu werden.
  • Das Gefühl als Störfaktor gesehen zu werden nach dem Motto „Ach die schon wieder“. Dieses Gefühl beschreiben alle drei Patientinnen und fühlen sich dadurch manchmal so unwohl in ihrer Haut, dass sie ungern bei Beschwerden klingeln.


Die folgenden Punkte sind kleine Dinge, die den Patientinnen jedoch allen sehr wichtig waren:

  • So wurde das Verschränken der Arme während der Visite vom Personal als negativ beschrieben und wenn zur Begrüßung den Patienten nicht die Hand gegeben wurde ist dies als unhöflich und distanziert aufgefasst worden: „als ob man nicht auf der gleichen Ebene ist“, beschreibt eine Patientin.
  • Die fehlende Vorstellung mit Namen vom Personal und Studenten empfinden die Patientinnen als respektlos. Zudem sei es verwirrend, da man das Personal auch oft nicht durch ihre Kleidung differenzieren kann.
  • Zudem ärgeren sich alle drei Patientinnen darüber, dass zu viele verschiedene Ärzte und Pflegekräfte für sie zuständig sind. Zum Beispiel hatten zwei Patientinnen nicht die Möglichkeit gehabt am OP-Folgetag mit dem Operateur zu sprechen. Sie sind verwundert, dass in diesen Fällen anscheinend kein Interesse auf Arztseite bestand, zu sehen was man eigentlich selber gemacht hat und wie es seinem eigenen Patienten geht. Bei den Patientinnen entsteht dadurch das Gefühl wie „Ware“ durchgereicht zu werden.  
  • Etwas erstaunt hat mich, dass der Versuch des Personals Nähe zu schaffen, indem z.B. Witze erzählt werden, oft als eher unangebracht anstatt aufheiternd bewertet wurde.
  • Nicht zu vergessen ist natürlich auch, dass der viele Verwaltungskram „unmöglich“ ist.


Frage 5: Wenn sie Schmerzen haben, was sind die richtigen Worte?


Nicht lange reden, sondern sofort handeln. Alle Patientinnen beschreiben, dass sie in diesem Moment einen „Tunnelblick“ haben und Worte nicht bedeutsam seien.

Grundsätzlich hatte ich das Gefühl, dass sich alle drei Patientinnen wünschen würden, dass man sie genauso behandelt, wie man Kontakte in seinem privaten Umfeld behandeln würde: freundlich und respektvoll.

 

Bis bald,

Eure Alina

Medizinstudierende an der Universität in Würzburg und jungmediziner.de Campus-Captain 

 

 


 


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