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03.05.2017

Famulatur im Krankenhaus auf Bali


Das Semester ist jetzt in die 2. Woche gestartet und die Ferien sind leider endgültig vorbei. Ich war während der Semesterferien 5 Wochen auf Bali und möchte euch in diesem Bericht von der Zeit dort erzählen.

 

Ich habe natürlich nicht nur 5 Wochen faul am Strand gelegen, sondern auch ein Praktikum in einem Krankenhaus in Balis Hauptstadt Denpasar gemacht. Ich war mit 2 anderen Medizinstudenten dort und es war wirklich eine sehr interessante und spannende Erfahrung.  

 

Aber erst einmal zum Anfang meiner Reise. Süd-Ost-Asien und insbesondere Bali sind wirklich sehr angenehm zu bereisen. Ihr werdet wahrscheinlich im Moment von Reiseberichten aus Südostasien von euren Freunden und Kommilitonen überhäuft, so ist es zumindest bei mir, aber das hat auch seinen Grund. Falls ihr in euren nächsten Semesterferien noch nichts vorhabt, ist Bali als Reiseziel auf jeden Fall eine Überlegung wert. Die balinesische Kultur ist etwas ganz besonderes. Auf Bali ist nämlich der Großteil der Bevölkerung hinduistisch, während in Indonesien der muslimische Glauben vorherrscht. Die Balinesen sind ein sehr gläubiges Volk und gestalten auch ihren Alltag nach ihrer Religion. Schon morgens liegen überall vor kleinen Tempeln selbstgemachte Opfergaben für die Götter. Wenn man durch die Dörfer auf Bali spaziert, ist man immer von einem angenehm süßlichen Geruch umgeben, der von kleinen Räucherstäbchen auf den Opfergaben kommt. Wir hatten das Glück einen ganz besonderen religiösen Feiertag miterleben zu dürfen. Während unserer Reise wurde das hinduistische Neujahr, Nyepi, gefeiert. Dieses Fest zelebrieren die Balinesen über mehrere Tage. Am Anfang ziehen die Gläubigen mit vielen Opfergaben und Musik über die Straße zu ihren großen Tempeln. Am 2. Tag gibt es Abends einen großen Umzug, bei dem nach dem balinesischen Glauben die Dämonen vertrieben werden. Die Jungs und Männer des Dorfes tragen riesige Skulpturen mit schrägen Grimassen  durch die Straßen und machen dazu sehr viel Lärm. Am Darauf folgenden Morgen um 6:00 Uhr beginnt dann der Tag der Stille.  Ab diesem Zeitpunkt darf keiner das Haus verlassen, es gibt keinen Strom, kein Licht darf brennen und man sollte auch nicht kaut Reden oder Lachen. Es dürfen auch keine Autos oder Roller fahren und noch nicht einmal Flugzeuge dürfen starten oder landen. Der Glaube ist, dass die vertriebenen Dämonen, bei ihrer Rückkehr auf die Insel, denken sie sei verlassen und dann wieder verschwinden. So mussten auch wir als Touristen uns den Ganzen Tag in unserer Unterkunft aufhalten und uns an die religiösen Vorschriften halten.

 

Neben der spannenden Erfahrung eine neue Religion kennen zu lernen, gab es natürlich auch noch die wunderschöne Natur. Auf Bali und den kleinen umliegenden Inseln ist wirklich ein Strand schöner als der andere. Also wenn ihr Lust habt an einem weißen Sandstrand mit türkisen Wasser aus einer frischen Kokosnuss zu schlürfen, dann seid ihr auf Bali genau richtig.

 

Die letzten 2 Wochen durften wir dann ein Praktikum in der Chirurgie des Sanglah Hospitals in Denpasar machen. Wir haben uns fast 1 Jahr vor unserer Reise dafür beworben und die Bearbeitung hat sich auch wirklich gezogen aber am Ende hat dann zum Glück alles geklappt.

 

Auf Bali steht jedem Bewohner eine Krankenversorgung zu. Das Gesundheitssystem wir in drei Klassen unterteilt plus Vip und VipVip. Wir durften bei der 3. Klasse im OP dabei sein.

Die Verhältnisse kann man natürlich nicht mit dem deutschen Standard vergleichen. Es gab einen langen Op-Trakt, in dem es je einen Op-Raum für die verschieden Fachrichtungen gab. So etwas wie OP-Schleusen gab es natürlich nicht und so konnten wir zwischen den verschiedenen Sälen hin und her gehen und uns die spannendsten Ops anschauen. So haben wir zum Beispiel an einem Tag sowohl eine neurochirurgische Tumorentfernung am Rückenmark, eine Amputation und danach  noch einen Eingriff am offenen Herzen gesehen. 

 

Natürlich ist auch der Hygienestandard nicht mir unserem zu vergleichen, aber es wurde weitestgehend versucht steril zu arbeiten. Manchmal saßen die Ärzte und Studenten auch auf dem Boden und haben ihre Handys während der OP geladen oder ein anderen OP-Sälen lief der Fernseher. Es wurde aber genau wie bei uns hochkonzentriert am Patienten gearbeitet und die einzelnen Ablaufschritte der verschiedenen Eingriffe, wurden nach dem allgemeinen Lehrstandard durchgeführt. Die Ärzte konnten alle gut Englisch sprechen und waren stets bemüht uns ihre einzelnen Arbeitsschritte zu erklären.

 

Die Ausbildung in Indonesien unterscheidet sich fachlich nicht viel von unserer medizinischen Ausbildung. Man verdient jedoch als Assistenzarzt kein Geld, muss aber für das Studium Gebühren zahlen. Also kommen die Ärzte natürlich nur aus wohlhabenden Familien.

 

Abschließend kann ich euch eine Reise nach Bali nur empfehlen. Die Balinesen sind ein sehr herzliches Volk und wir wurden überall sehr freundlich empfangen. Für eine Famulatur lohnt sich die Reise auch sehr, denn es ist wirklich eine Erfahrung wert. Ihr müsst jedoch ein bisschen dafür bezahlen, dass ihr dort ein Praktikum machen dürft, aber das ist bei Famulaturen im Ausland ja häufig so üblich. Also auf auf die Reise lohnt sich!

 

Bis bald, eure Ariane

Medizinstudierende an der Universtität in Würzburg und jungmediziner.de Campus-Captain

 

 


 


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