22.09.2017

Erfahrungsbericht: Famulatur in der Plastischen Chirurgie


Gleich nach meiner letzten Klausur habe ich im August den ersten Tag meiner Famulatur angetreten.

 

Dieses Mal habe ich für 4 Wochen in der plastischen Chirurgie am Klinikum Rechts der Isar famuliert. Je weiter ich in meinem Studium komme desto mehr hat sich für mich die Chirurgie als mein Wunschfacharzt entwickelt. Doch um herauszufinden, in welcher Abteilung ich mich in der Chirurgie sehe, wollte ich mir nach meiner letzten Famulatur in der Unfallchirurgie auch die Plastische Chirurgie näher anschauen. Der Grund weshalb ich vor allem diese zwei Abteilungen ausgewählt habe liegt darin, dass beide Facharzttitel einem die Möglichkeit zur Weiterbildung zum Handchirurgen ermöglichen. Dieses Fach hat mich im Rahmen meiner letzten Famulatur besonders fasziniert, sodass ich auch schon in New York die Möglichkeit gesucht habe den Handchirurgen bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

 

Hier am Rechts der Isar teilen sich die Unfallchirurgen und die Plastiker die Aufgaben der Handchirurgie und es ist ein fester Bestandteil ihrer Arbeit. Doch wie es als Famulant meistens ist, muss man erst einmal die tägliche To-Do Liste abarbeiten, bevor man sich die interessanten Dinge anschauen kann. Auf der Plastischen war dies überwiegend Stationsarbeit: Blutabnehmen, venöse Zugänge legen, Verbandswechsel und Patienten Aufnahmen. Für mich waren dies sehr praktische Übungen, da ich in allen vier Aufgabenbereichen immer noch viel lernen kann. Der aufregendere Teil war für mich jedoch trotzdem der OP.

 

Nachdem ich in sämtliche OP Fettnäpfchen getreten war und die OP Schwestern mich definitiv alle beim Namen kannten konnte ich mich nach einer Weile auch halbwegs entspannt auf das tatsächliche Geschehen konzentrieren. Am meisten fasziniert haben mich die Lappen Plastiken und die Handchirurgischen Replantationen. Die Chirurgen am Rechts der Isar behandeln sehr viele Patienten mit chronischen Wunden und Dekubiti, die wieder gedeckt werden müssen. Den Ärzten direkt am Tisch zu assistieren ist immer am aufregendsten für mich gewesen. Jedoch war es zu Anfangs auch etwas stressig, da ich nicht genau wusste, wie soll ich am besten den Sauger halten? Wie greife ich die kleinen Arterien am besten, sodass es schnell aufhört zu bluten? Und vor allem, wie soll ich meine Assistenzzeit überstehen, wenn es schon nach kurzer Zeit Haken halten in meinen Armen weh tut? Zudem wurde mir auch bewusst, wie schwierig es ist lange OPs ohne Essen und Trinken auszuhalten. Ich bin leider sehr Kopfschmerzanfällig, wenn ich nichts trinke und bei den 6 Stunden Operationen wurde mir dies leider zum Verhängnis. Doch die tollen Erklärungen von den operierenden Ärzten und auch die Aufregung, wenn man mal eine neue Aufgabe übernehmen durfte, wie zum Beispiel das Nähen, waren es wert die kleinen Probleme als Nebensache zu vergessen.

 

Nur mit einer Sache habe ich mich die ganze Zeit nicht anfreunden können: das raue Verhältnis zwischen Studenten und OP Schwestern. Ich weiß, das ist ein heikles Thema und ich möchte es an dieser Stelle nicht verallgemeinern, doch es ist für mich unverständlich, dass man oft sehr genau spürt für wie doof man gehalten wird. Die Professionalität ging in vielen Fällen verloren und dies zum Teil auch den Ärzten gegenüber. Es musste immer wieder diskutiert werden, warum etwas gemacht werden soll und die Anzahl an unangebrachten Kommentaren ist gar nicht zählbar. Es war für mich sehr schockierend zu sehen, dass der einzige Weg trotzdem konstruktiv zu arbeiten für viele Ärzte darin bestand, das Verhalten zu ignorieren. Jedoch bedeutet dies für mich indirekt, dass es akzeptiert wurde. Die Vorstellung, dass ich dies vielleicht auch später einmal tun werde, verärgert mich, da es mir noch so schwer fällt mich in solchen Fällen zusammen zu reißen. Aber vielleicht wird das ja besser und ich schaffe es jedes Kommentar weg zu lächeln.

 

Bis bald,

Eure Alina

Medizinstudierende an der Universität in Würzburg und jungmediziner.de Campus-Captain 

 

 


 


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